Trend

Ich glaube das Genre funktioniert einfach und mir ist es völlig schleierhaft, daß die gesamte Branche sich von dem Erfolg der fetten GS in die, für mich falsche, Richtung hat locken lassen. Mörderfette Reiseenduros sind einfach nicht der Weisheit letzter Schluß. Auch beim einfachen Reisen auf der Straße nicht.. vom Enduro-Wandern mal ganz abgesehen.

Die alte Tenere ist einfach nicht konsequent weiter entwickelt worden und entsprechend einfach eingeschlafen, die alte LC4 Adventure von KTM hatte von Anfang an nicht den richtigen Motor; ein höchgezüchteter und entsprechend unkultivierter und unzuverlässiger MX-Motor passt nicht in ein Fernreise-Motorrad. Und dann halt noch das wenig Autobahn-taugliche Getriebe als Sahnehäubchen. Hondas versuche mit Dominator und Transalp waren respektabel, aber auch die sind einfach ausgelaufen, ohne eine wirkliche Chance. Es ist mir im übrigen schleierhaft, warum Honda sich ihre mit XL, Dominator, Transalp und Africa Twin wirklich äußerst starke Position in dem Sektor kampflos weggeschenkt hat. Davon ist heute nurnoch die Varadero über, die Mühle ist doch der Lacher. Aber das nur am Rande.

Nachdem es, für mich überraschender Weise, mit der kleinen Tenere von Yamaha endlich mal wieder eine – zumindest halbwegs – kleine Reise-Enduro gab und diese auch ganz ordentlich Erfolg hat, soweit ich das beurteilen kann, legt die Konkurrenz aus England jetzt wohl nach, wie man in aller Motorrad-Presse derzeit lesen kann. Triumph baut eine “Adventure“.

Was mich dabei etwas traurig stimmt, ist, daß Triumph wohl den selben Fehler machen wird, den zuvor schon BMW mit ihrer F 800 GS gemacht hat. Es wird nicht der hervorragende 675er Dreizylinder aus der kleinen Daytona und der Street Triple verwendet und versucht ein möglichst leichte schlanke Reiseenduro anzubieten, sondern der Hub deutlich vergrößert um auf 800ccm zu kommen und dann mit möglichst viel schnick schnack vollgepumpt (Motorrad schwadroniert schon wieder von ABS, Heizgriffe usw.). Ich erwarte auch noch Intergralbremse mit Bremskraftverstärker, Traktionskontrolle, Espressomaschine mit Milchschäumer und viele andere Dinge die kein Mensch braucht, aber die Fuhre auf die, heutzutage offenbar absolut notwendigen, 250kg zu bringen.

Naja, bei aller, eventuell auch voreiligen, Enttäuschung muß man zugeben, daß der Trend stimmt. Vielleicht überlegt sich KTM ja doch noch mal, daß es vielleicht sinnvoll ist die kleine Adventure nochmal mit einem sinnigen kleinen kutivierten Reihenzweizylinder und einem langstreckentauglichen Getriebe aufzulegen. Ich meine bei Rotax müßte ein solcher Motor zu bekommen sein, der Rest ließe sich weitestgehend aus dem bestehenden KTM-Baukasten zusammensetzen. Das wäre ungesehen bestellt.