Hals, Nasen, Ohren

Warum werden eigentlich alle Menschen im Straßenverkehr zu Arschnasen? Ich meine das Gerangel zwischen Schnarchnasen in der Pinnerberger A-Klasse und Dränglernasen im tiefer gelegten 3er auf der linken Spur bundesdeutscher Autobahnen ist ja tagtäglich zu beobachten, aber derzeit erhärtet sich bei mir der Verdacht, dass dies nicht nur Autofahrer betrifft sondern alle Verkehrsteilnehmer.

Und dabei ganz besonders diese Terroristen auf zwei Rädern namens Fahrradfahrer, die ja sowieso meinen, dass Straßenverkehrsregeln immer nur für andere gelten (oder wer hat schon mal einen Radfahrer gesehen, der sich von einer roten Ampel hat stoppen lassen?) sich dann aber immer gerne winselnd zu irgendwelchen Demos zusammentun, weil sie ja von der Politik so benachteiligt werden. Und immer schon Staus verursachen, weil mitten auf der Straße ist halt viel schöner als auf dem Radweg direkt daneben.

Tagtäglich komme ich am späten Nachmittag bis frühen Abend nach Hause und muss dabei leider irgendwie mit meinem Auto in die Tiefgarage kommen. Dabei sind 2 Dinge regelmäßig zu beobachten:

Jedes mal fange ich bereits gut 50m, nämlich direkt nach der vor meiner Einfahrt liegenden Kreuzung, an, den Blinker zu setzen und langsamer zu werden. Denn ich weiß was kommt. Mit gefühlten 5cm Abstand fährt der Mensch hinter mir und ahnt scheinbar trotzdem nicht, dass ich gleich in eine Einfahrt abbiegen möchte. Was dann kommt ist nahe liegend. Ich bremse und biege langsam in die Garagenauffahrt – schließlich muss ich über einen Fahrrad- und Fußgängerweg, da kann ich kaum mit 50km/h drauf heizen. Hinter mir quietschende Reifen und danach infernalisches Hupkonzert in E-Dur. Is’ klar.. einfach in ‘ne Einfahrt fahren, wo gibt’s denn so was? Richtig bunt wird es, wenn ich auf einen Fußgänger oder Radfahrer warten muß bevor ich auf die Auffahrt fahren kann.

Aber danach geht es weiter, keine Sorge. Als ich vor etwa 9 Jahren in das Haus gezogen bin wollten meine Vermieter von mir 250 Mark für den Kauf einer Fernbedienung der Tiefgaragen-Einfahrt. “Nä!” dachte ich mir damals und benutze seit dem meine Haustürschlüssel. Kurz anhalten, aussteigen, Schlüssel rein, umdrehen und wieder einsteigen, kurz warten und rein fahren. Dauert etwa 10 Sekunden, kaum genug um bei Regen nass zu werden. Locker genug um jeden zweiten Tag von Passanten angepöbelt zu werden, weil diese mindestens 0,6 Meter mehr Wegstrecke zurücklegen müssen um um mein Auto herumzugehen. Am schlimmsten sind allerdings die Radfahrer, die mich dabei dann gerne mal völlig enthemmt anschreien. Vermutlich die selbe Klientel wie die Fußgänger, aber schneller weg und deshalb wohl hemmungsloser.

Ich frag mich wirklich was in den Köpfen solcher Menschen vor sich geht. Ich gehöre ja selbst auch zu den Füßgängern und Radfahrern, deswegen fällt es mir so schwer nachzuvollziehen, wie man so unfassbar verbohrt sein kann. In der Regel schaffe ich es mich nicht darüber zu ärgern, sondern die Leute auszulachen oder zumindest zu ignorieren. Manchmal, so wie heute, hab ich echt´n dicken Hals.