Songs that matters #1
Ich hab mal Lust eine Rubrik hier einzuführen, die ich auf meiner anderen Plattform vor einiger Zeit schonmal regelmäßig gefüllt habe. Damals gingen mir ständige Musikvideoposts anderer User auf den Keks die zum größten Teil aus belanglosem massenkompatiblem Konservenfutter bestand und ich schlug zurück mit einer regelmäßigen Kolumne über Musik die, wie ich persönlich meine, wirklich etwas bedeutet. Klar, das klingt jetzt alles nach furchtbarer Intoleranz und Engstirnigkeit, aber ich bin nun mal der festen Überzeugung, dass Zeugs zB. von Frank Farian und Dieter Bohlen nicht den künstlerischen Wert hat den Musik haben sollte. Und ich rede hier jetzt natürlich nicht von Brahms; auch in der modernen, populären Musik gibt es Künstler, die etwas zu sagen haben, die grandiose Songs schreiben und damit wirklich etwas vermitteln und nicht nur die Massen unterhalten und damit möglichst viel Geld verdienen wollen.
Ok, wenn ich mir das selbst durchlese, was ich hier wieder für´n Quatsch zusammenschreibe, kann ich nur den Kopf schütteln. ;) Es ist überhaupt nichts verkehrt an Musik, die einfach nur unterhalten will und auch ich höre massig solcher Musik. Ich glaub ich einige mich mit mir selbst einfach darauf, daß ich hier Interpreten oder Songs vorstellen möchte, die ich persönlich gut und wichtig finde und zu wenig gewürdigt werden. So.. das passt besser.
Fangen wir an mit dem, nicht nur meiner Meinung nach, besten Songwriter aller Zeiten. Fangen wir an mit dem besten Song aller Zeiten, wenn man den amerikanischen Musikjournalisten glauben schenken will, die diesen Song für die Alltime-Hitliste des Rolling Stone Magazins auf Platz 1 wählten.
Am 25. Juli 1965 betrat Bob Dylan die Bühne des Newport Folk Festivals mit einer elektrischen Gitarre in seiner Hand, hinter ihm eine Rockband mit eletrischem Piano, Schlagzeug und allem drum und dran. Das Publikum war aufgebracht, buhte und schrie “Judas!” und Bob Dylan antwortete mit “I don’t believe you. You’re a liar!” wendete sich an seine Band und sagte “Play it fucking loud!”.
Jahrelang war Bob Dylan, zusammen mit Legenden wie Woody Guthrie oder Pete Seeger, eine Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und des damit einhergehenden politischen Folks. Jahrelang trat er nur mit seiner Gitarre und der selbst erfundenen Mundharmonikahalterung auf und sang Songs wie Blowin’ In The Wind, Times they are a-changin’, Hard Rain’s Gonna Fall und Mr. Tambourine Man und bewegte damit Millionen von Menschen. Wenn man sich die hervorragende Dokumentation von Martin Scorsese No Direction Home ansieht, erfährt man von Menschen, die noch heute Tränen in den Augen haben, wenn sie vom ersten mal erzählen als sie Blowin’ In The Wind hörten.
Am 25. Juli 1965 nun also, im Jahr des Voting Rights Act, brach Dylan mit dieser Schublade und nahm eine ganze Generation vom Folk mit in eine neue Ära der nicht-trivialen Rockmusik. Einige wie gesagt empfanden das zunächst als Verrat und befürchteten Dylan hätte sich dem Einheitsbrei ergeben, vielleicht auch weil die Byrds in dem Jahr gerade mit einem weichgekochten Cover vom Mr. Tambourine Man einen No. 1 Hit hatten. Aber Dylan hatte sich nie jemandem gebeugt, schwamm immer gegen den Strom und im nach hinein könnte man heute sicher sagen: typisch. An diesem Abend also spielte er das erste mal live Like a Rolling Stone. Und zwar “fucking loud” – und auch “fucking schräg”, wie man zugeben muß.
Genug Geschwafel, hier das Ende des bereits erwähnten Films von Scorsese (Es gibt bessere, vor allem vollständige, Versionen des Songs bei Youtube, aber sicher keine andere so bedeutende):
Oha.. : kouta.de
[...] die öffentlich rechtlichen können mir in den Kopf gucken. Gestern habe ich einen Post über Bob Dylan gemacht, der nächste Post in der Rubrik “Songs that matters” sollte [...]