Fortsetzung von Part 1
Kommen wir zu dem eigentlichen Thema, weshalb ich diese Post-Reihe schreibe. Ich denke tatsächlich seit einiger Zeit darüber nach, ob ich zuhause nicht mittelfristig auf MacOSX umsteigen sollte. Trotz aller Anmerkungen aus dem ersten Teil dieser Reihe. “Warum, zum Teufel?” wird der Leser fragen. Das ist recht schnell erklärt: Ich möchte es irgendwann einmal schaffen von Windows weg zukommen und Linux (mein bevorzugtes Betriebssystem für ernsthaftes Arbeiten) schafft es einfach nicht, meinen Spieltrieb zu bedienen.
Genauer gesagt spiele ich seit Jahren World of Warcraft (ja klar, ich bin ein kleines pickelgesichtiges Kind von 14 Jahren mit Übergewicht, hab die Sonne seit 3 Monaten nicht mehr gesehen und überhaupt bin ich total süchtig und potenzieller Amokläufer) und gedenke das in Zukunft auch nicht aufzugeben. Das bietet sich als Alternative leider nur MacOSX an, denn WoW unter Linux, oder sagen wir mal besser Windows-Spiele unter Linux, sind gelinde gesagt “Pain in the ass”. Mal abgesehen davon, daß Windows Software mit Wine unter Linux pauschal mindestens 80% langsamer läuft, funktionieren häufig diverse Features einfach nicht. Ich bin nun mal Teil der C64-Generation und irgendwie von Kindheit an daran gewöhnt mich neben der ernsthaften Beschäftigung mit Computern mich auch mit selbigen zu belustigen; traurig aber wahr, das ist tatsächlich das einzige, was mich an Microsoft bindet, denn, wie gesagt, für ernsthafte Dinge bevorzuge ich schon lange Linux (genauer Ubuntu) oder bewährte Webapplikationen.
Ein weiteres nicht unwesentlicher Punkt ist natürlich, daß es sich bei MacOSX um ein vollwertiges Unix-Derivat aus der BSD-Abstammungslinie handelt von dem ich mir erhoffe, daß es an Feature-Reichtum und Customizing-Fähigkeiten Linux zumindest einigermaßen das Wasser reichen kann. Ob dem wirklich so ist, kann man als Außenstehender leider nicht oder nur kaum herausbekommen. Speziell als iPhone-Inhaber ist man ja so einiges Gängelungen von Apple gewohnt, die ich mir als Nutzer eines Computers/Betriebssystems nicht gefallen lassen wollen würde. Dazu später mehr.
Zwei ernsthafte Problem habe ich dabei ausgemacht, für die ich bisher keine Lösung gefunden habe. Erstens bin ich auf den Einsatz von Teamspeak angewiesen und Teamspeak unterstützt MacOSX nicht. Das ist leider wirklich ein Ausschlusskriterium, denn ohne Teamspeak ist an Raiden in WoW nicht zu denken und das ist nun mal, wie oben bereits ausgeführt, einer meiner Hobbys. Es gäbe zwar eine Beta-Version von Teamspeak für MacOSX und TeamSpeex, aber diese scheinen für den produktiven Einsatz noch nicht stabil genug zu sein.
Das zweite und größte Problem klang ja bereits zuvor an: Wie kann jemand ernsthaft von mir verlangen Unmengen an Geld für die Katze im Sack auszugeben? Es gibt keinerlei Möglichkeit sich das System mal genauer anzusehen und alles was man so braucht durch zu testen (zB. World of Warcraft und Teamspeak, OpenOffice.org, Gimp, Mediaplayer..), bevor man sein hart erarbeitetes Geld zu Apple trägt. Im schlimmsten Fall gibt man dann also 5.000 Euro für System und Software aus um dann festzustellen, daß man den ganzen Käse so nicht gebrauchen kann. Und nein, es ist keine Alternative im Apple-Shop vorbei zu gehen und dort 10 Minuten herum zu klicken, das nenne ich nicht testen.
Apple, ich habe die effektivste und günstigste Werbekampagne, die man sich vorstellen kann: Hört mit diesen lächerlichen Windows-Diss-Werbespots auf, schnappt Euch für das dafür auszugebende Geld einen Virtualisierungspartner und bringt ein zeit-limitierte virtuelle Maschine mit MacOSX heraus, die sich Umsteigwillige unter Windows (und am besten auch gleich Linux – ich empfehle Suns VirtualBox) installieren können um das Look’n'Feel zu testen und zu checken ob alle Programme laufen, die man so braucht. Das würde hundertmal mehr bringen als eure affigen Imagekampagnen!
Der derzeit einzige Ausweg aus diesem Dilemma scheint es zu sein, sich hier aus der Firma mal meinen Test-PC zu schnappen und eine gecrackte MacOSX-Variante für Standard Intel-PCs (gerne als Hackint0sh oder OSx86 tituliert) zu probieren. So üblich es auch früher mal war sich geklaute Software zu installieren, heute fühle ich mich unwohl dabei. Auch wenn, soweit ich weiß, die Klausel der Apple-EULA die die ausschließliche Nutzung von MacOSX auf Apple Hardware vorschreibt hier in Europa nichtig ist, weil die Bindung von Hardware und Software eindeutig gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstößt. Aber vielleicht bleibt einem nichts anderes übrig.. eine funktionierende virtuelle Maschine gibt es zumindest leider nicht.
Fortsetzung in Part 3
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