Altona ist tod.
Es ist wirklich unfassbar, aber wahr: Ich lebe in mitten der zweitgrößten Stadt Deutschlands und gleichzeitig am Arsch der Heide. Ich verstehe einfach nicht wo das Problem ist. Genau vor der Nase schippern die Dampfer vorbei, im Rücken die Uni, nebenan der Kiez und
ein Katzensprung in die Innenstadt. Nichts desto trotz hat man (oder nur ich?) Gefühl, daß Altona (ich meine den Stadtteil, nicht den Bezirk) seit Jahrzehnten die angemessene Aufmerksamkeit verwehrt wird. Ohja, in Ottensen, hier gleich nebenan (und fälschlicherweise gerne zu Altona gehörig angesehen), wird renoviert das die Hütte wackelt, die Wirte investieren und die Menschen strömen in Massen, während in Altona die die Gehwege hochgeklappt werden. Ich weiß nicht, wie viele Jahrzehnte wird schon diskutiert, was aus der Neue Große Bergstraße gemacht werden soll? Eine Straße in Breite einer Autobahn, die einfach planiert und zur Fußgängerzone erklärt wurde und jetzt genauso aussieht. Unattraktiv und entsprechend menschenleer. Oder wie lange redet man schon über diesen ätzenden Betonklotz namens “Frappant”-Gebäude in dem früher mal Karstadt war und der seit dem größtenteils leer steht? Bestimmt schon 5 Jahre oder?
Achja, wie ich darauf komme mich hier auszuheulen? Unsere geliebten Städteplaner haben mal wieder einen großen Coup gelandet und nehmen Altona einer der wenigen wirklich coolen Sachen weg: Die Standclubs. Die sollen nämlich an die Hafenstraße ziehen, also in den Bezirk Mitte. Stattdessen bekommen wir ein weiteres Fährterminal, das warscheinlich wieder groß und breit subventioniert wird und dann in 5 Jahren nicht mehr genutzt wird. So wie das schicke Terminal der DFDS Seaways für die Englandfähre. Das geilste Argument ist übrigens folgendes:
Der neue Standort nahe den Landungsbrücken hat nach Ansicht des Bezirks Mitte einen Riesenvorteil gegenüber der Lage in Altona: Kaum ein anderer Platz in Hamburg ist so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Achne, is klar. In Altona brauchte es auch nicht besonders gut (normal reicht doch) mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, man konnte dort nämlich auch mal mit´m Auto vorbeifahren und dann sogar parken. Das fällt mir´n Spruch von Dieter Nuhr ein. Er meinte mal, er glaube es würden viel weniger Leute heutzutage Autofahren, wenn sie nur mal einen Platz zum abstellen finden würden.
Wenn sich jemand fragt, warum ich Zeit habe Zeitung zu lesen, mir über den Quatsch ´n Kopp zu machen und das hier dann auch noch zu posten: Ich hab Urlaub. :P


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