Mission accomplished

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Mallorcinische Architektur unter Winterhimmel

Weihnachten ist schonmal erledigt. Ich war auf Malle und habe neben herrlichstem Wetter (Ok, für Malle war´s mit etwa 16°C vielleicht ein bißchen kühl, aber wer hamburger Wetter gewohnt ist..) Muttern´s Küche genossen und kräftig ausgespannt. Vielmehr gibt es da im Winter auch nicht zu tun. Wie gewohnt ist die Insel im Winter fast wie ausgestorben, aber das passte uns eigentlich ganz gut in den Kram.

Schnee auf Mallorca

Schnee auf Mallorca

In der Woche stand nur ein Ausflug auf dem Plan. Inzwischen kenne ich die Insel ja, also ist da wildes Abgrasen der Sehenswürdigkeiten nicht nötig. Es galt sich die relativ seltene Anwesenheit von Schnee auf der Insel einmal genauer anzusehen. Es waren nicht gerade alpine Schneemassen anzutreffen, aber für eine ordentliche Schneeballschlacht hätte es dann doch gereicht.

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Rappeldicke volle Stauseen

Ansonsten war bestenfalls noch der sagenhafte Wasserstand der Stauseen bemerkenswert. Wohl durch die völlig verregneten letzten Monate (was sich erst Tage vor unserer Anreise änderte) sind die künstlichen Stauseen so voll wie seit mindestens zehn Jahren nicht. Ich denke dieses Jahr werden sie wohl nicht Wasser vom Festland importieren müssen.

Ach ja, erwähnenswert wäre noch, daß mich das erste mal im Leben eine Spinne gebissen hat. Hat sich, als ich beim Duschen war in meiner am Boden liegenden Hose verkrochen und als ich diese dann anziehen wollte hing mir das eklig riesige Vieh am Bein. Als ich sie (wie ich zugeben muß leicht panisch) weggeschlagen habe, hat sich mich auch noch am Finger erwischt. Hat nicht besonders weh getan und die roten und juckenden Flecken waren nach einer halben Stunde nicht mehr zu fühlen und zu sehen. Aber nichts desto trotz war ich noch nie einem Herzinfakt so nahe.. scheiße hab´ ich mich verjagt. ^^

Altona ist tod.

Es ist wirklich unfassbar, aber wahr: Ich lebe in mitten der zweitgrößten Stadt Deutschlands und gleichzeitig am Arsch der Heide. Ich verstehe einfach nicht wo das Problem ist. Genau vor der Nase schippern die Dampfer vorbei, im Rücken die Uni, nebenan der Kiez und

Frappant-Gebäude.

"Frappant"-Gebäude. Einladene Architektur in Altona-Altstadt.

ein Katzensprung in die Innenstadt. Nichts desto trotz hat man (oder nur ich?) Gefühl, daß Altona (ich meine den Stadtteil, nicht den Bezirk) seit Jahrzehnten die angemessene Aufmerksamkeit verwehrt wird. Ohja, in Ottensen, hier gleich nebenan (und fälschlicherweise gerne zu Altona gehörig angesehen), wird renoviert das die Hütte wackelt, die Wirte investieren und die Menschen strömen in Massen, während in Altona die die Gehwege hochgeklappt werden. Ich weiß nicht, wie viele Jahrzehnte wird schon diskutiert, was aus der Neue Große Bergstraße gemacht werden soll? Eine Straße in Breite einer Autobahn, die einfach planiert und zur Fußgängerzone erklärt wurde und jetzt genauso aussieht. Unattraktiv und entsprechend menschenleer. Oder wie lange redet man schon über diesen ätzenden Betonklotz namens “Frappant”-Gebäude in dem früher mal Karstadt war und der seit dem größtenteils leer steht? Bestimmt schon 5 Jahre oder?

Lago Bay

Lago Bay

Achja, wie ich darauf komme mich hier auszuheulen? Unsere geliebten Städteplaner haben mal wieder einen großen Coup gelandet und nehmen Altona einer der wenigen wirklich coolen Sachen weg: Die Standclubs. Die sollen nämlich an die Hafenstraße ziehen, also in den Bezirk Mitte. Stattdessen bekommen wir ein weiteres Fährterminal, das warscheinlich wieder groß und breit subventioniert wird und dann in 5 Jahren nicht mehr genutzt wird. So wie das schicke Terminal der DFDS Seaways für die Englandfähre. Das geilste Argument ist übrigens folgendes:

Der neue Standort nahe den Landungsbrücken hat nach Ansicht des Bezirks Mitte einen Riesenvorteil gegenüber der Lage in Altona: Kaum ein anderer Platz in Hamburg ist so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Achne, is klar. In Altona brauchte es auch nicht besonders gut (normal reicht doch) mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, man konnte dort nämlich auch mal mit´m Auto vorbeifahren und dann sogar parken. Das fällt mir´n Spruch von Dieter Nuhr ein. Er meinte mal, er glaube es würden viel weniger Leute heutzutage Autofahren, wenn sie nur mal einen Platz zum abstellen finden würden.

Wenn sich jemand fragt, warum ich Zeit habe Zeitung zu lesen, mir über den Quatsch ´n Kopp zu machen und das hier dann auch noch zu posten: Ich  hab Urlaub. :P

Neues Theme

Ich probier, wie man sieht, mal wieder ein neues Theme aus. Dieses heißt Disciple, gefällt mir irgendwie besser. Allerdings frage ich mich schon, warum es so schwer ist eine Theme zu basteln, daß das Page Widget vernüftig unterstützt.. irgendwie sieht´s so aus, als ob ich mir das selbst mal ansehen müßte.. leider bin ich überhaupt kein Programmierer, aber vielleicht kann ich das meinem Lieblings-Web Engineer Maddin mal unterschieben.

Warum Ubuntu?

Wenn ich jetzt einfach mal davon ausgehe, daß diese Seite überhaupt von irgend jemandem wahrgenommen wird (was wohl nicht der Fall ist, aber egal) ist es vielleicht auch jemandem in dem Beitrag PXE Boot aufgefallen, daß wir die meisten unserer Server im Rechenzentrum Ubuntu nutzen. Da das nicht unbedingt üblich ist hierzulande (woanders schon, zB. hat Wikipedia vor einiger Zeit angekündigt, ihre Webserver auf Ubuntu umzustellen) kann ich ja vielleicht einmal erklären, wie es dazu kommt.

Zunächst einmal: warum kein Windows?  Die Frage ist relativ einfach zu beantworten. Windows ist teuer und kann nix. Das ist meine feste Überzeugung. Wir reden hier wohlgemerkt vom Einsatz im Datacenter, daß sollte man immer bedenken! Es geht um Web-, Application- und Datenbankserver. Es mag sein, daß Windows Server in einer 3 Mann Arztpraxis seine Daseinsberechtigung hat, aber darum geht’s hier nicht. Obwohl.. wenn ichs recht bedenke, daß könnte wohl Linux auch besser. Was Windows sicher besser kann, ist als Heimrechner und Spielkonsole zu fungieren und dafür nutze ich es selber auch.

Ich habe meine Berufslaufbahn vor über 15 Jahren bei der Firma Digital Equipment begonnen und habe seit dem mit System Integration, System Engineering und System Management und dabei mit Betriebssystemen vieler Couleur beschäftigt. Angefangen mit VMS, Ultrix und Novell 3.51, Windows NT 3.5 & 3.51, später mit OpenVMS, OSF/1 & Digital Unix und Windows NT 4 und seit August ´95 (das weiß ich noch so genau, weil meine erste Distribution die “SuSE August 1995″ war. Damals hatte SuSE keine Versionsnummern und war eigentlich auch nur eine etwas umgebastelte Slackware-Kopie) natürlich – leider meist nur privat, an Einsatz in Firmen war nicht zu denken – auch intensiv mit Linux. Seit die Mainframes, die Dinosaurier der IT, aus den Rechenzentren verschwanden gibt es für geschäftskritische Anwendungen nur eine echte Alternative: “unixoide” Derivate wie AIX, Solaris, HP-UX oder True64. Keine andere Plattform kann mit Feature-Reichtum, Stabilität, Managebarkeit, Skalierbarkeit, Bedienbarkeit oder was man sich sonst noch so ausdenken kann, mithalten. Ganz besonders nicht Windows. Einziges Problem: Wer sich ein typisches größeres Datenbanksystem mit sagen wir mal 2, 3 Sun Maschinen mit Solaris drauf und als RDMS Oracle leisten will braucht schon eine Bank als Auftrageber. Für den deutschen Mittelstand sind die Lizenzgebühren völlig illusorisch.

Eine kleine Episode zu dem Thema am Rande: Wir haben vor nicht allzu langer Zeit ein neues Dokumenten Management und Archiv System einführen wollen und haben dafür eine wirklich super Software gefunden, die alle unsere Bedürfnisse abdeckt und bezahlbar war. Dieses Projekt, daß auf Sachwerte beschränkt ein Projektumfang von 12k Euro hatte, wurde jäh beendet, als heraus kam, daß die der Hersteller uns zum Kauf von IBM DB2 als RDMS nötigen wollte. Und zwar nicht etwa eine abgespeckte Version, die man sich leisten könnte, sondern hübsch die Enterprise Version und das dann natürlich auch gleich noch doppelt, damit ´s schön ausfallsicher wird. Herrlich. 12k Euro für OSs, Hardware und Applikation und 24k Euro oben drauf für die Datenbank im Hintergrund. Die haben doch ne Vollmeise. Naja, wir haben eine Alternativanbieter gefunden, der zwar leider nicht direkt Groupwise unterstützt, dafür aber kein Problem mit unseren Postgresql- und Mysql-Datenbanken hat.

Also nennen wir es beim Namen: Linux, weil es ein Unix ist, das man sich leisten kann und eine Verbreitung gefunden hat, die es möglich macht auf professionellen Support weitestgehend zu verzichten und das inzwischen eine so große Akzeptanz hat, daß es fast alle sinnvollen und sinnlosen Softare- und Hardwarelösungen dafür gibt. Ich wäre der Erste, der “Hier!” schreien würde, wenn es obrige Systeme zum vertretbaren Preis geben würde. Da es das nicht gibt, muß man sich nach Kompromissen umsehen und der einzig sinnvolle Kompromiss lautet Linux. Es bringt eine Menge Features aus der “echten” Unixwelt mit, ist ähnlich stabil und gut supportet und das Beste: Es fallen keine Lizenzkosten an, sofern man mit Community-Projekten vorlieb nimmt.

Warum nicht Redhat Enterprise Server oder SuSE Linux Enterprise Server? Ganz sicher nicht wegen des Geldes, wenn das jetzt jemand vermutet hätte, denn die Preise für diese Distributionen sind relativ moderat. Ich sage bewußt nicht “gerechtfertigt”, denn hier kommen wir auch schon zum Argument: Sie bieten keinen Mehrwert. Wir haben ein umfangreiches Lizenzpacket von SuSE inkl. Service und allem Drum und Dran, weil wir im Office Novell eDirectory (formally know as NDS), Novell Storage Service, Novell Groupwise, usw. einsetzen und obwohl wir die Lizenzen bereits haben, nutzen wir im Datacenter fast nur Ubuntu, denn es überzeugt mit nahezu perfekter Packete- und Repository-Qualität, die in zur Folge hat, daß die Systeme einfach laufen, wie man es von Ihnen erwartet. Den von SuSE gelieferten Support brauche ich eh nur für Probleme mit Software von Novell, oder für Probleme, die mit Ubuntu Server garnicht erst auftreten. Traurig, aber leider wahr. Letztendlich lautet mein Fazit für den SuSE Linux Enterprise Server: Unfassbar kleine Repositories (ich finde einfach nie die Software, die ich brauche), schwache Packetqualität (meist instabiler als die Pakete von Ubuntu oder Fedora, schwache vorbereitete Configs, meist deutlich veraltet), mit zu kleinen und veralteten Repositories auch einhergehend eine schlechte Hardware Unterstützung, das Konfigurationstool Yast treibt einen in den Wahnsinn, ungewohnte Pfadstrukturen und viele andere Eigenarten… alles in allem: Warum sollte man sich das antun, wenn es bessere Alternativen gibt, die nichts kosten?

Die Ideologen unter uns Linux Admins würden jetzt Brandreden zum Thema Debian abhalten. Aber ich nutze Linux nicht aus ideologischen Gesichtspunkten, genausowenig lehne ich auch Windows nicht aus ideologischen Gründen ab. Wenn dem so wäre, oder wenn ich, so wie viele in der OSS-Welt einfach nur cool sein wollte, würde ich eh ein BSD-Devirat nehmen und nicht Debian. Debian leistet ohne Frage einen wichtigen, kaum zu überschätzenden Beitrag für das OSS-Universum, aber die Distribution ist imho per Definition nicht für meine/unsere Zwecke geeignet. Der stabile Zweig ist notorisch veraltet, der experimentelle gnadenlos instabil und das Projekt verzettelt sich sich permanent in ideologischen Debatten fernab jeglicher Realitäten.

Letzte Alternative: Fedora. Wir haben es probiert und zu Fedora kann ich eigentlich nicht viel schlechtes sagen. Ein super Projekt. Ich habe mit ein paar Ausnahmen (zwischendurch probiere ich immer wieder andere Distributionen aus, auch SuSE, Redhat, Mandriva, Debian, Solaris, FreeBDS, name it..) seit SuSE sich von Slackware abgewendet hat immer Redhat genutzt, bis ich irgendwann Ubuntu für mich fand. Auch in der Firma war Redhat lange auf allem Maschinen, aber alles in allem ist Ubuntu in allem einfach einen Tacken besser. Es passt einfach, ich kann es schwer in Worte fassen. Ein gutes Bespiel ist vielleicht die Installationszeit eines einfachen Webservers. Als übliche Packete zur default Minimalinstallation kommen zB. OpenSSH-Server, Apache2, PHP5 und ein paar PHP-Module, SNMPD, Postfix, NTPD und vielleicht noch ein bißchen Kleinkram wie VIM (das Vollpacket, nicht das Minimumpacket, daß per Default drauf ist) oder HTOP. Selbst wenn ich auf beiden Systemen gleich geübt bin, brauche ich bei Ubuntu halb so lange um ein wie gewünscht laufendes System am Start habe, daß von unserem Backup-Server gesichert und von Nagios überwacht wird. Piece of cake.. ich schätze reine Arbeitszeit, dh. ohne warten aufs kopieren, vielleicht 20-30 Minuten Arbeit. Es passt einfach. Hinzu kommt, daß ich mit Fedora leider regelmäßig irgendwelche Probleme mit dem RPM-System hatte; speziell nicht auflösbare Abhängigkeitsprobleme, die einen echt in den Wahnsinn treiben. Wer die Ubuntu-Repositories nutzt kennt so etwas nicht. Ein weiteres Argument für Ubuntu und gegen Fedora sind die bei Ubuntu regelmäßig erscheinenden LTS-Varianten, also “Long Term Support”-Versionen, die 5 Jahre lang supportet werden.

Kommen wir zum Schluß. Ich hoffe ich konnte vermitteln, daß Ubuntu Server es für mich/uns (!) die beste Alternative darstellt und warum dies so ist. Ich hoffe ich konnte vermitteln, daß natürlich immer ein Mix aus Erfahrungen und Geschmack mit hineinspielt, aber keine ideologische Entscheidung ist und sein darf. Es mag andere Vorstellungen geben und sollte sich jemand mit solchen hier zufällig blicken lassen und diesen überlangen Text auch noch lesen, bin ich gespannt auf die Kommentare.

Update: Dirk hat sowas auch für Desktop-User schrieben, wenn es jemanden interessiert.

The Onion Movie

Mal versuchen Youtube einzubetten..

Klappt!

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